Nachhaltige Schule

Die Carl-Sonnenschein-Schule ist eine Nachhaltige Schule. Was bedeutet das für uns? Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler befähigen, ihre eigene Zukunft und auch die ihrer Generationen zu gestalten. Seit März 2023 sind wir Mitglied im BNE-Netzwerk der Stadt Düsseldorf.

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Stefan Zweig

Mit der Arbeit am Thema BNE verstehen wir uns als Bauern, die den Samen aussäen. Wir pflegen und behüten unsere Aussaat, damit der Gedanke, die Idee in Ruhe keimen kann. Bei Bedarf, geben wir die nötigen Impulse und beobachten dann im Laufe der Grundschulzeit, wie dieser Samen sich über die Jahre zu einer kleinen Pflanze entwickelt. Wir beobachten, wie achtsam die Kinder mit sich und ihrer Umwelt sind. Wir sind zuversichtlich, dass sich unser Samen über die Zeit zu einem prächtigen Baum entwickelt, der viele Äste hat und Früchte trägt und selbst nachhaltige Samen aussät.

Baustein 1: Errichtung eines Schulgartens

1. Ausgangssituation 2020 – Ein Garten entsteht in herausfordernden Zeiten

Im Jahr 2020, während des Corona-Lockdowns, waren viele gewohnte Lernangebote nicht möglich. Aus dem Wunsch heraus, Abstand, Bewegung und Lernen im Freien zu verbinden, entstand die Idee eines eigenen Schulgartens an der Carl-Sonnenschein-Schule. Frau Korpok, unsere Sozialpädagogin, beantragte eine erste Förderung in Höhe von 400 € bei der Umweltprojektförderung der Stadt Düsseldorf. Mit weiteren Spenden entstanden sechs kleine Hochbeete, bepflanzt mit Gemüse, Kräutern und Beeren. Aus der Pflege der Notgruppe entwickelte sich die Garten-AG, die von Anfang an großen Zuspruch erhielt.

2. Erweiterung 2022 – Ein Großprojekt dank sozialem Engagement

2022 wurde der Wunsch nach mehr Gartenfläche laut. Hinter der kleinen Turnhalle wurde eine große Brombeerfläche gerodet. Ein Vater der Schule organisierte im Rahmen eines Social Day seiner Firma ein Team aus Arbeitskollegen, das den professionellen Aufbau von zehn neuen Hochbeeten übernahm. Zusätzlich erhielt die Schule eine großzügige Firmenspende, die den Ausbau erst ermöglichte. An zwei Aktionstagen befüllten anschließend alle Kinder der Schule die Beete mit Holzschnitt und Muttererde. Die ersten Pflanzen zogen noch im selben Frühjahr ein.

3. Obstvielfalt durch Förderprojekte 2022

Durch weitere Fördermittel konnten zahlreiche dauerhafte Pflanzen gesetzt werden:

  • Klarapfel-, Feigen- und Pfirsichbäume
  • verschiedene Kirschsorten
  • zahlreiche Beerensträucher
  • drei Weinreben und zwei Kiwipflanzen
  • ein Süßkirschensäulenbaum

Diese Pflanzen bilden seither die Basis einer nachhaltigen, wiederkehrenden Ernte.

4. Nachhaltiges Verwertungssystem 2022/2023

Mit einer zusätzlichen Förderung entstand ein kompostbasiertes Verwertungssystem.
Die Kinder lernten, wie aus Pflanzenresten nährstoffreiche Erde entsteht – ein zentraler Baustein im Verständnis natürlicher Kreisläufe.
 

5. Weiterentwicklung 2023 – Gewächshaus, Frühbeet & Insektenvielfalt

2023 erhielt die Schule im Rahmen einer Kleingartenauflösung:

  • ein Gewächshaus
  • viele Werkzeuge
  • Pflanzsteine
  • weitere Nutz- und Zierpflanzen

Gemeinsam mit den Kindern wurde ein Fundament gegossen und das Gewächshaus aufgebaut. Seitdem wachsen dort Setzlinge wie Salate, Tomaten, Kohl, Zuckererbsen, Gurken, Kräuter sowie Physalis und Granatapfel heran. Ein neues Frühbeet vor der Turnhalle wurde angelegt und wird seitdem im Sachunterricht genutzt. Bei den Projekttagen entstanden Bienenhotels, die dauerhaft im Schulgarten stehen.
 

6. Nachhaltige Bewässerung 2023 – Solarenergie und Ressourcenschutz

Durch eine weitere Förderung wurde die Bewässerung nachhaltig umgestaltet:

  • solarbetriebene Pumpen
  • Bodenfeuchtigkeitssensoren
  • optimierte Regenwassertonnen

Die Bewässerung erfolgt nun bedarfsgerecht statt täglich – ein großer Schritt zur Ressourcenschonung.

7. Essbare Stadt 2024 – Ernährung, Biodiversität & Verantwortung

Im Rahmen der Initiative „Essbare Stadt Düsseldorf“ wurden 2024 Beete neu befüllt und bepflanzt. Die Garten-AG fand nun dreimal pro Woche statt.

Die Kinder lernten:

  • nachhaltige Ernährung
  • Gartenpflege
  • Biodiversität
  • Lebensmittelvielfalt
  • Geschmacksbildung

Die Ernte wurde betrachtet, probiert und dokumentiert.

8. Umgestaltung 2024 – Optimierung für Mensch, Tier und Pflanzen

Durch ein weiteres Förderprojekt entstanden:

  • eine Pergola für Weinreben als Schattenspender und Strukturgeber
  • ein Rankzaun für Kiwis
  • eine optimierte Positionierung nahe der Regentonne → Bewässerung ohne Leitungswasser

Diese Maßnahmen verbessern das Mikroklima und fördern nachhaltige Bedingungen im Garten.
 

9. Erdbeerprojekt 2025 – Nachhaltigkeit mit allen Sinnen erleben

Das dreitägige Projekt „Erdbeeren nachhaltig erleben – vom Feld bis zur Wand“ verband Theorie, Praxis und Forschen.

Die Kinder:

  • bauten ein vertikales Hochbeet
  • arbeiteten mit einem Forscher-Flipbook
  • erforschten Erdbeeren mit allen Sinnen
  • beschäftigten sich mit nachhaltigem Anbau
  • besuchten einen Erdbeerbauern
  • pflückten und probierten Erdbeeren
  • bepflanzten eigene Pflanzkästen
  • gestalteten Minihefte und Plakate

Ein Vorzeigeprojekt für Bildung für nachhaltige Entwicklung.

10. Igelprojekt 2025 – Artenschutz im eigenen Schulgarten

Im November 2025 bauten fünf AG-Gruppen Igelhotels aus alten Pflanzkübeln, Holz, Ästen und Laub.

Die Kinder lernten:

  • warum Igel Schutz brauchen
  • wie geeignete Winterquartiere aussehen
  • Upcycling als nachhaltige Methode
  • Teamarbeit und Verantwortung

Die Igelhotels wurden im Garten verteilt und bieten seitdem wertvolle Rückzugsorte.

11. Ausblick 2026 – RegenReich & neue Bodenschätze

Neue Erde vom Gartenamt

Das Gartenamt Düsseldorf stellt 10 m³ frische Erde zur Verfügung – ideal, um Beete zu erneuern und die Bodenqualität langfristig zu sichern.

Projekt „RegenReich“ – nachhaltige Regenwassernutzung im Schulgarten

2026 starten wir das Projekt „RegenReich“, das die Regenwassernutzung optimiert.

Die Förderung erfolgt durch die SWD AG Vereinsförderung der Stadt Düsseldorf. Mit den 600 € Fördermitteln entsteht ein System, das Regenwasser:

  • sammelt,
  • speichert,
  • verteilt
  • und komplett ohne Leitungswasser auskommt.

Damit wird der Garten noch klimaresilienter und ressourcenschonender.

12. Fazit – Ein Garten wächst, und mit ihm die Kinder

Seit 2020 hat sich der Schulgarten von sechs kleinen Beeten zu einem vielseitigen, lernwirksamen und nachhaltigen Lebensraum entwickelt.

Heute bietet er:

  • ökologische Vielfalt
  • nachhaltige Bewässerung
  • Projekte zu BNE, Ernährung & Artenschutz
  • Raum für Teamarbeit, Verantwortung & Selbstwirksamkeit
  • echte Erfahrungen, die im Gedächtnis bleiben

Der Schulgarten ist ein zentraler Baustein auf unserem Weg zur BNE-Schule der Zukunft – ein Ort, an dem Kinder Natur erleben, Verantwortung übernehmen und Zukunft aktiv gestalten.

Baustein 2: Waldspaziergänge

Die zweiten Klassen unserer Schulen sind jedes Jahr dabei, wenn es heißt:
Ab in den Wald!
Viermal im Jahr kommt ein Förster an unsere Schule und begleitet die Klassen zu einem erlebnisreichen Spaziergang in den nahegelegenen Wald. Dabei gibt es jedes Mal viel zu entdecken. Wir lernen dabei, welche aufregenden Geheimnisse die Natur vor unserer Haustür für uns bereit hält. Das Thema und die spannenden Aktionen sind dabei jeweils an die Jahreszeiten angepasst.
Bei unserem Waldspaziergang im Spätsommer haben wir viel über heimische Pflanzen und Tiere gelernt. Der Förster hat den Kindern genau erklärt, welche Pflanzen giftig sind, wo genau sich die Tiere verstecken und welche Geräusche man mit Blättern machen kann. Der spannende Waldbesuch im Herbst stand unter dem Motto „Wir bauen ein Igelhotel“. Alle haben mit angepackt und so hatten wir schon nach einer Stunde vier große und schöne neue Behausungen für die Unterbacher Igel im Winter. Wir sind schon gespannt, was alles im Frühling und Sommer auf uns wartet.

Baustein 3: Kooperation mit dem Naturschutzzentrum Bruchhausen (siehe auch Kooperationen: Naturschutzzentrum Bruchhausen)

Baustein 4: Give Box

Baustein 5: Beteiligung am „Dreck-weg-Tag“ der Stadt Düsseldorf

Seit dem Schuljahr 2023/24 beteiligen wir uns jährlich am „Dreck-weg-Tag“ der Stadt Düsseldorf. An diesem Tag befreien wir gemeinsam als Ca-So-Schulgemeinschaft unsere Umgebung von Müll und Unrat. Doch warum ist ein solcher Tag für Grundschulkinder so wichtig?

Wir stärken das Umweltbewusstsein: Der „Dreck-weg-Tag“ bietet eine wertvolle Gelegenheit, den Kindern frühzeitig Umweltbewusstsein zu vermitteln. Durch das aktive Mitwirken beim Säubern der Umgebung lernen die Kinder, Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen und verstehen die Auswirkungen von Müll auf die Natur.

Wir stärken den Gemeinschaftssinn: Gemeinsam an einem Projekt wie dem „Dreck-weg-Tag“ teilzunehmen, fördert den Zusammenhalt innerhalb der Klassen- und Schulgemeinschaft. Die Kinder erleben, wie sie durch ihre gemeinsamen Anstrengungen etwas Positives für ihre Schule und ihr Umfeld bewirken können.

Unsere Schulkinder lernen handlungsorientiert: Durch das praktische Säubern der Umgebung erfahren die Kinder handlungsorientiert, wie wichtig es ist, Müll korrekt zu entsorgen und die Umwelt sauber zu halten. Dieses praktische Lernen ist oft effektiver als theoretische Vermittlung allein.

Unsere Schulkinder entwickeln ein Ästhetisches Empfinden: Eine saubere Umgebung wirkt sich positiv auf das ästhetische Empfinden aus. Indem die Kinder aktiv dazu beitragen, ihre Umgebung zu verschönern, entwickeln sie ein Verständnis für ein gepflegtes und sauberes Umfeld.

Unsere Schulkinder entwickeln eine langfristige Wirkung: Der „Dreck-weg-Tag“ hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen, sondern sensibilisiert die Kinder auch langfristig für Umweltthemen. Sie werden möglicherweise auch außerhalb der Schule achtsamer im Umgang mit Müll und Umwelt.

Diese SDGs werden im Rahmen der „Nachhaltigen Schule“ unterstützt: