Der Namensgeber

Porträt von Dr. Carl Sonnenschein

Unser Namensgeber: Dr. Carl Sonnenschein

1876–1929

Carl Sonnenschein war Priester, Studenten- und Großstadtseelsorger, Journalist und Sozialreformer. Er stellte seine Fähigkeiten in den Dienst anderer Menschen und wurde besonders durch sein rastloses soziales Engagement bekannt.

Zusammenhalt Soziale Verantwortung Mut und Haltung

☀️ Warum trägt unsere Schule seinen Namen?

Carl Sonnenschein setzte sich mit großer Energie für Menschen ein, die Unterstützung, Orientierung oder praktische Hilfe benötigten. Er wollte gesellschaftliche Grenzen überwinden und brachte Studierende, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Kunstschaffende sowie Menschen unterschiedlicher Lebenswelten miteinander in Kontakt.

Seine Bereitschaft, hinzusehen, Verantwortung zu übernehmen und nicht nur über Hilfe zu sprechen, sondern selbst zu handeln, passt zu den Werten, die wir an der CaSo leben möchten.

👤 Kindheit, Ausbildung und Priesterweihe

Carl Sonnenschein wurde am 15. Juli 1876 in Düsseldorf geboren. Sein Vater Ernst Sonnenschein, ein Klempner und Installateur, starb bereits 1878. Nach seinem Abitur im Jahr 1894 begann Carl Sonnenschein zunächst in Bonn mit dem Studium der katholischen Theologie.

Schon nach einem Semester wurde er nach Rom an das Collegium Germanicum et Hungaricum entsandt und studierte an der päpstlichen Universität Gregoriana. 1897 schloss er sein philosophisches und 1900 sein theologisches Studium jeweils mit dem Doktorgrad ab. Am 28. Oktober 1900 wurde er in Rom zum Priester geweiht.

🕰️ Wichtige Stationen seines Lebens

1902–1906

Nach seiner Rückkehr in das Erzbistum Köln arbeitete Sonnenschein als Kaplan in Aachen, Köln-Nippes und Wuppertal-Elberfeld. In Remscheid setzte er sich während eines Arbeitskampfes dafür ein, dass italienische Arbeiter nicht als Streikbrecher eingesetzt wurden.

Ab 1906

Beim „Volksverein für das katholische Deutschland“ in Mönchengladbach gründete er das Sekretariat Sozialer Studentenarbeit. Es sollte Studierende mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Industriearbeiterschaft vertraut machen und gesellschaftliche Grenzen überwinden.

Ab Ende 1918

Sonnenschein ging nach Berlin. Dort erwarb er sich den Beinamen „Großstadtapostel“. Er unterstützte Menschen bei der Suche nach Arbeit und Unterkunft, vermittelte Hilfe und baute ein weitreichendes soziales Netzwerk auf.

1922–1929

Als katholischer Studentenseelsorger in Berlin gewann er viele junge Menschen für praktische soziale Aufgaben. Daneben gründete oder unterstützte er Bildungs-, Kultur-, Arbeits- und Hilfsangebote und blieb als Journalist und Prediger tätig.

20. Februar 1929

Carl Sonnenschein starb in Berlin an einem Nierenleiden – noch nicht ganz 53 Jahre alt. Viele Tausend Menschen begleiteten seinen stundenlangen Trauerzug.

Eine Persönlichkeit mit Licht und Schatten:
Carl Sonnenschein war ein außergewöhnlich engagierter Sozialreformer. Zugleich war auch er ein Mensch seiner Zeit. Während des Ersten Weltkriegs ließ er sich zeitweise von der damaligen nationalen Kriegsbegeisterung mitreißen. Eine zeitgemäße Erinnerungskultur würdigt seine Leistungen, ohne problematische Seiten auszublenden.

🌱 Was sein Vorbild für die CaSo bedeutet

🤝

Verantwortung übernehmen

Wir achten aufeinander, bieten Hilfe an und tragen gemeinsam dazu bei, dass sich alle Kinder in unserer Schule sicher und willkommen fühlen.

🌍

Unterschiede respektieren

An der CaSo lernen Kinder mit unterschiedlichen Erfahrungen, Sprachen, Fähigkeiten und Lebenswegen gemeinsam.

💬

Mutig Haltung zeigen

Kinder sollen lernen, ihre Meinung respektvoll zu äußern, Ungerechtigkeit wahrzunehmen und für sich und andere einzustehen.

„
Sonnenschein lebte wie ein Bettler und starb wie ein König.
Wilhelm Deling, langjähriger Sekretär Carl Sonnenscheins

Quellen und weiterführende Literatur

  • Wolfgang Löhr: Carl Sonnenschein – Studenten- und Großstadtseelsorger , Portal Rheinische Geschichte des LVR.
  • Hans Stöcker (Hrsg.): Sonnenschein – Beter und Bettler für Berlin. Dank und Gedenken zu seinem 100. Geburtstag 1976 . Im Auftrag des Stadtdekanats Düsseldorf, Triltsch-Druck Düsseldorf.
  • Carl Sonnenschein: Notizen. Weltstadtbetrachtungen, Berlin 1925–1929.